Archiv für den Monat: Mai 2016

NORMALITÄT – gibt es die noch ???

In einer beängstigenden Art und Weise entwickeln verschiedenste Bereiche des täglichen Lebens eine Eigendynamik – sowohl in ihrer Art als auch in ihren Auswirkungen.

Beispiel 1: Die Wahl zum Bundespräsidenten

Ein Amt das im wesentlichen repräsentativen Charakter hat, den gesetzlichen Möglichkeiten nach aber auch sehr excesiv ausgeübt werden könnte. Wie in Österreich üblich, wurden gesetzliche Regelungen, die bei ihrer Einführung vor 30, 40, 50 Jahren durchaus eine Berechtigung hatten, nie mehr evaluiert und schaffen deshalb heute eine fragwürdige Situation.

Der Wahlkampf wurde deshalb, getrieben von den verschiedenen Parteien und Beratern aber auch von den Medien, zu einer Schlacht – weitab von jeder Realität.

Trotzdem gab es, für mich jedenfalls, einen positiven Aspekt. Beim Talk im ATV, ohne ModeratorIn – die beiden Kontrahenten sich selbst überlassen, ging der Vorhang kurz auf und die Fassaden stürzten ein. Man sah das wirkliche Gesicht der beiden honorigen Männer und konnte wohl auch einen Eindruck der Hintermänner und – frauen bekommen. Am nächsten Tag wurden die Fassaden wieder aufgebaut neu gefärbelt und alle handelnden Personen sind wieder ehrenwert (?).

Beispiel 2: Der Abgasskandal

Es trifft einen der grössten Player in diesem Wirtschatszweig, in der Zwischenzeit sind auch schon eine Reihe anderer dazu gekommen. Zuerst wird heftigst dementiert (man könnte auch sagen: schamlos gelogen) und nur jeweils zugegeben was bewiesen werden kann.

Diesen Abgasskandal kann man aber auch stellvertretend für viele „Wirtschaftsprobleme“ sehen die wir schon erlebt haben und die sich „aktuell“ zusammen brauen. Seien es Banken, Immobilien, Umwelt, Genmanipulationen und vieles mehr.

Man könnte jetzt eine Argumentation der Unternehmen übernehmen die da lautet, dass ja die Arbeitsplätze tausender Menschen auf dem Spiel stehen. Das ist schon richtig, aber sekundär – an erster Stelle stehen die Interessen der Aktionäre und die erzielten Dividenden (shareholder value). Die Mitarbeiter sind Mittel zum Zweck und an dieser passenden Stelle sei es angemerkt: Die Entwicklung der Robotertechnologie wird in der breiten Öffentlichkeit nicht sehr beachtet, wird aber noch grosse Probleme für die Arbeitsmärkte bringen.

Beispiel 3: Flüchtlinge

Für die Regierungsparteien eine monatelange Beweislast für ihre Unfähigkeit. Ohne Freiwilligenorganisationen bis hin zu individuellen Hilfeleistungen, als ein eindrucksvoller Beweis für die Hilfsbereitschaft und die Charakterstärke der österreichischen Bevölkerung, hätte die Flüchtlingswelle Ende vorigen Jahres im Chaos geendet.

Jetzt, nach einer monatelangen „Nachdenkpause“, hat sich unsere Regierung durchgerungen unserem Land dahingehend die Rechtsstaatlichkeit zu sichern, dass die einreisewilligen (nicht aus EU-Ländern stammenden) Personen erfasst und deren Identität festgestellt wird.

Dieser Vorgang (lt. EU-Regelung/Schengen müsste das ja an den Aussengrenzen passieren) bedeutet aber noch keine Einreiselimitierung. In weiterer Folge wird man aber auf Grund dessen eine Unterscheidung treffen, z.B. zwischen Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlingen.

Das waren wenige Beispiele, die aber treffend die Bedeutung von > NORMALITÄT < in Frage stellen. Wobei ich glaube, dass die Notwendigkeit von Normalität bei weitem unterschätzt wird. Bei der vielfach extremen Lebens- und Handlungsweise breiter Bevölkerungsschichten, sei es Beruf, Freizeit, Sport, seien es unternehmerische Aktionen und letztlich politische Entscheidungen – wenn etwas schief geht dann stürzt man nicht sofort in einen Abgrund sondern kann in die Normalität zurück fallen, sofern es sie noch gibt. Deshalb sehe ich die Normalität etwa so wie ein Fangnetz.

Wenn Sie auch meiner Meinung sind und mich dabei unterstützen wollen diese Zustände zu ändern – dann nehmen Sie Kontakt mit mir auf: Mein Name ist Artur Hofmann / Email: derverein@sbg.at

Wenn Sie selbst Erfahrungen gemacht haben oder/und Verbesserungsvorschläge machen können – dann nehmen Sie Kontakt mit mir auf: Mein Name ist Artur Hofmann / Email: derverein@sbg.at